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Montag, 19. März 2018 Afrikanisches Unternehmen besuchte Troisdorf

Besuch aus dem fernen Afrika - ein Vertreter des jungen kenianischen Startup-Unternehmens Gjenge Makers Ltd., Nairobi, informierte sich in Troisdorf über moderne Verfahren zum Kunststoff-Recycling. Ziel des Interesses von Marketingmanager Ndungu Njau war die Recyclinganlage der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR). Dort werden alte Bodenbeläge, die bei Abbruch- oder Renovierungsprojekten anfallen werkstofflich recycelt, um anschließend wiederverwertet zu werden. Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski und Thomas Zacharias, Geschäftsführer der Troisdorfer Wirtschaftsförderung TROWISTA, begleiteten die Besucher. 

Afrikanisches Unternehmen besuchte Troisdorf

Foto (v.l.): Thomas Zacharias, Klaus-Werner Jablonski, Dr. Berthold Volberg, Ndungu Njau und Dr. Jochen Zimmermann (Foto: Mathias von Bredow).

Das Recycling von Kunststoffen ist eine wichtige Komponente des Geschäftsmodells von Gjenge.. Der Besichtigungstermin wurde vor Ort hochrangig wahrgenommen. Der Gast aus Kenia wurde vor Ort neben AgPR-Geschäftsführer Dr. Jochen Zimmermann und Betriebsleiter Heinz-A. Lübben durch Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski und durch Thomas Zacharias, Geschäftsführer der Troisdorfer Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing GmbH (Trowista) begrüßt.

Das junge Unternehmen Gjenge erhält Unterstützung und Beratung u. a. von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des Projekts „Make IT in Africa“. Dieses fördert eine nachhaltige Entwicklung für digitale Innovationen in den Ländern südlich der Sahara. Die GIZ  hatte den Besuch in Troisdorf im Rahmen einer Delegationsreise für afrikanische Startup-Vertreter zum Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW am 27. Februar in Dortmund organisiert. Die Teilnahme an der Veranstaltung wurde durch die Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen und die IHK Dortmund ermöglicht. Begleitet wurde der Gast aus Nairobi von GIZ-Projektleiter Dr. Berthold Volberg. „Der Besichtigungsort ist sehr gut gewählt. Das gesamte Areal, auf dem sich neben vielen anderen Unternehmen auch die Recyclinganlage der AgPR und der Hersteller von PVC-Bodenbelägen Gerflor Mipolam befinden, hat eine lange Tradition in der Geschichte der deutschen Kunststoffindustrie“, betonte Zacharias.

Gjenge Makers wurde in Kenia von Nzambi Matee gegründet. Die Geschäftsführung obliegt Margaret Matee und das Marketing Ndungu Njau. Mit an Bord ist auch die Analystin Paula Aschenbrenner. „Unser Team will der Herausforderung von vermehrten Plastikabfällen in unserem Land durch die Errichtung eines umweltfreundlichen Systems für Recycling und Wiederverwertung begegnen“, erklärte Nzambi Matee. Die Geschäftsidee des Unternehmens

besteht im Betrieb einer mobilen App, über die der Kontakt zu Privathaushalten hergestellt

werden soll, aus denen die Plastikabfälle kommen. Diese haben in Kenia an der Gesamtmenge, so Matee, einen Anteil von etwa 61 Prozent. Private Abfall-Lieferanten erhalten über die App eine Rückvergütung über ein alternatives Bezahlsystem. Die afrikanischen Gjenge-Vertreter wollen auf ihrer Reise unterschiedliche Anregungen und Erfahrungen zur Weiterentwicklung ihres Geschäfts sammeln.

Keine Frage für AgPR-Geschäftsführer Zimmermann, dass seine für ganz Deutschland und einige Nachbarländer tätige Organisation für PVC-Bodenbelag Recycling sich gerne an dem Besuchsprogramm der Delegationsreise beteiligt hat. Die Anfang der 1990er Jahre errichtete Recyclinganlage sei hervorragend geeignet für die Besichtigung und den technischen Erfahrungsaustausch zum werkstofflichen PVC-Bauprodukte-Recycling. Dorthin gelangen die an deutschen Baustellen von den Fußböden entfernten und in Containern gesammelten Bodenbeläge. Die AgPR verfügt über ein bundesweites System von Annahmestellen. In einem speziellen technischen Verfahren werden die Altmaterialien in Troisdorf zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei entsprechender Eignung lässt sich dieses anschließend problemlos bei der Produktion neuer PVC-Bauprodukte einsetzen.

„Was hierzulande in punkto Energieeffizienz und Nachhaltigkeit längst  ‚best practice‘ ist, könnte durch mutige Startups wie Gjenge Makers langfristig auch in afrikanischen Ländern verstärkt Fuß fassen“, hofft Zimmermann. Das sieht auch die GIZ so und unterstützt  im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit aktiv afrikanische Startup-Unternehmen, die  im Bereich der digitalen Innovation und der Verbesserung des Umweltschutzes engagiert sind.

Weitere Informationen: www.agpr.de  - www.gjenge.co.ke

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