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Donnerstag, 12. Oktober 2017 Nachhaltigkeit von Lebensmittelverpackungen: Wann ist Bio wirklich bio?

Netzwerktreffen des Kompetenzzentrums Kunststoff bei silver plastics in Oberlar – Unternehmen feiert dieses Jahr 50. Jubiläum

Zu Gast war das Kompetenzzentrum Kunststoff, ein von der Troisdorfer Wirtschaftsförderung initiiertes Netzwerk für die Kunststoffindustrie, diesmal beim Verpackungshersteller silver plastics in Troisdorf-Oberlar.

Nachhaltigkeit von Lebensmittelverpackungen: Wann ist Bio wirklich bio?

Marketingleiter Sebastian Kremer stellt dem Netzwerk Kompetenzzentrum Kunststoff die provokante Frage „Wann ist Bio wirklich bio?“

Regelmäßige Treffen des Netzwerkes Troisdorfer Kunststoff-Unternehmen schärfen den Blick für lokale Marktpartner sowie neue Themen und münden immer wieder auch in gemeinsame Projekte.

Andere Blickwinkel eröffneten die Mitarbeiter von silver plastics. Die provokante Frage „Wann ist Bio wirklich bio“ zog sich wie ein roter Faden durch den engagierten Vortrag von Marketingleiter Sebastian Kremer. So beschrieb er das Idealbeispiel einer Verpackungslösung: die Banane. Ihre Verpackung, sprich: die Schale, umhüllt die Frucht ohne Hohlräume, sie zeigt den Grad der Haltbarkeit und ist neben einigen anderen Vorteilen obendrein noch kompostierbar. Ein Verpackungshersteller wie silver plastics versucht diesem Vorbild zu folgen und muss darüber hinaus noch weitere Kriterien beachten. So soll die moderne Lebensmittelverpackung einfach zu handhaben sein, sie muss sich gut stapeln und transportieren lassen und Werbung muss auch noch drauf.

Schwierig wird’s bei der Nachhaltigkeit. Kremer erläutert, wie sein Unternehmen vorgeht und unterscheidet drei Merkmale: nachwachsend, wiederverwertbar und vermeidbar. Nachwachsen sind Materialien aus der Natur, die mit Kunststoffen verbunden werden und quasi einen neuen, gemeinsamen Werkstoff bilden, z. B. Naturfasern oder Holzspäne. Dann soll die Verpackung nach ihrem Gebrauch recycelt werden können. Und zu guter Letzt findet sich bei kluger Betrachtung immer ein Weg, Material zu sparen, um so weniger Rohstoffe einzusetzen und damit die Umwelt zu schonen. Eine Möglichkeit die silver plastics perfekt beherrscht ist das Schäumen: Bei stark reduziertem Materialeinsatz erhält man so eine Verpackung, die leichter ist und trotzdem allen Anforderungen an Stabilität und Gebrauchstauglichkeit genügt. Ein relativ neuer Werkstoff ist „airPET“, geschäumtes PET. Das spart bis zu 46 Prozent Gewicht! Das reduziert wiederum den CO2-Ausstoß und kommt uns allen zugute. PET ist vor allem bekannt als Material für Getränkeflaschen, dort allerdings nicht geschäumt.

Mit Verpackungen kennt sich silver plastics bestens aus. Dieses Jahr feiert das Troisdorfer Unternehmen, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Maschinenfabrik Reifenhäuser, sein 50. Jubiläum. Am Standort in Oberlar an der Autobahn produziert silver plastics mit fast 180 Mitarbeitern auf 56.000 Quadratmetern und auf 13 Anlagen pro Jahr rund 25.000 t Verpackungen. 800 eigene Produkte werden aus PP, PET, EPS oder airPET, extrudiert und tiefgezogen. Hinzu kommen ca. 1.500 Fremdartikel, die als Handelsware bezogen und an Kunden weiter verkauft werden. Dabei ist airPET eine ganz spezielle „Umhüllung“ und silver plastics der einzige Lebensmittel-Verpackungshersteller, der sie in Europa anbietet: Diese Verpackung ist nämlich Backofen- und Mikrowellen geeignet und durch die hohe Isolation auch bei hohen Temperaturen mit der Hand anzufassen: Aus dem Supermarkt in den Backofen und von dort gleich auf den Tisch – einfacher geht’s kaum!

200.000 Paletten oder Boxen verlassen jährlich auf etwa 4.000 Lastzügen die Fabrik in Oberlar zu Kunden in ganz Zentraleuropa. Auch hier denkt silver plastics „bio“: Mehr als 1.500 km Transportstrecke machen keinen Sinn, sonst sind der CO2-Ausstoß und die Transportkosten für die leichten und cleveren Verpackungen aus Troisdorf nicht mehr vertretbar. Und nicht mehr nachhaltig.

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